Dr. med. Klaus Heil
Facharzt für Orthopädie-Rheumatologie­ Schwerpunktzentrum Osteologie­­­                          interventionelle Schmerztherapie an der Wirbelsäule

Hitzesonden­behandlung der Wirbelgelenke (RF)

Gezielte percutane (durch die Haut geführte) Thermokoagulation der schmerz­leitenden Fasern der Wirbel­gelenke mit Radiofrequenz-Therapie stellt ein inter­national gesichertes Verfahren in der Schmerztherapie dar.

Nach örtlicher Betäubung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte und unter Röntgenkontrolle sucht der Arzt mit der Kanüle gezielt die Schmerz­punkte an den Wirbelsäulengelenken im Bereich der schmerzenden Nervenfasern auf. Dorthin führt er die Hitzesonde ein. Computergesteuert stellt er über die Son­de fest, ob die Sonde richtig an den betroffenen Nervenfasern liegt, die behan­delt werden sollen. Anschließend spritzt der Arzt noch einmal ein örtliches Betäubungsmittel, jetzt jedoch direkt an die zu behandelnde Stelle. Dann wird die Sondenspitze erhitzt und ein kleiner Bezirk verödet. Die Leitfähigkeit der hier verlaufenden Schmerz­fasern wird somit unterbrochen. Der Schmerz kann sich nicht weiter ausbreiten. Da jedes Wirbelgelenk von mehreren Schmerzfa­sern versorgt wird, müssen oft mehrere Stellen behandelt werden.

Anwendungen

  • Wirbelgelenkschmerzen (therapieresistente lokale Schmer­zen, mit begrenzter Ausstrahlung in Gesäss und Oberschenkel), die auf wiederholte diagnostische Block­aden ansprachen
  • Wirbelgelenksverschleiß (Arthrose)
  • Wirbelgleiten (Instabilität)
  • gleichzeitiger Bandscheiben- und Wirbel­ge­lenks­verschleiß
  • Instabilität nach Bandscheiben- und Wirbel­säu­len­operation
  • Wirbelsäulenverformung (Skoliose)


Einordnung

Die Radiofrequenz-Therapie hat gegenüber der medikamentösen Schmerz­therapie den Vorteil der gezielten exakten Wirkung. Gegenüber der Kryo­thera­pie (Eisbehandlung der Schmerzfasern) hat die perkutane Ther­mo­koagu­lation den Vorteil der längeren Wirkdauer. Sie wirkt ca. zwei Jahre, die Kryotherapie nur wenige Monate.

Vorteile

Es handelt sich um ein wenig invasives Verfahren, das ambulant in unserer Praxisklinik durchgeführt wird. Dieses Verfahren kann bei wiederauftretenden Beschwerden problemlos wiederholt werden. Der Einsatz von Cortisoninjekt­ionen kann deutlich reduziert werden, ebenso ist eine Reduktion des Medika­men­­t­env­er­brau­ches meist möglich. Trotz fortgeschrittener verschleiß­bedingter Veränderungen der Wirbelsäule kann diese Behandlungsmethode meistens eine operative Intervention wie z.B. eine Wirbelsäulenversteifungsoperation vermeiden.

Nachbehandlung

Eine frühzeitige Mobilisation des Patienten ist möglich um eine gezielte Physiotherapie einleiten zu können. Die körperliche Belastbarkeit und der Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit ist meist einen Tag nach dem Eingriff wieder möglich.

Unmittelbar nach dem Eingriff ist eine körperliche Belastbarkeit gegeben. Leichte körperliche Arbeiten wie z.B. Bürotätigkeiten sind unmittelbar nach dem Eingriff wieder möglich. Eine volle sportliche Belastbarkeit ist in ca. 6 Wochen erreichbar.

Ergebnisse

In der nationalen und internationalen Literatur werden Erfolgsquoten von über 80% angegeben.